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Fazit

Ich bin kein Literaturkritiker und diese Zunft ist mir auch verhasst. Hier möchte ich nur meinen persönlichen Eindruck mitteilen, nachdem ich einen Großteil der Romane Connellys gelesen habe.

Michael Connelly hat mit Harry Bosch eine neue, spannende Detektivfigur erschaffen. Ein einsamer, verhalten Gefühlvoller Mann mit hoher Moral, Gerechtigkeitssinn und Sturheit.
Die Romane sind alle von einer großen atmosphärischen Dichte und außergewöhnlich spannend. Es gibt da keinen “Ausrutscher”.
Connellys Sprache ist nicht von Poesie geprägt. Er schreibt nüchtern, glatt und kühl. Ausschweifende Landschaftsbeschreibungen oder detaillierte Informationen über das Aussehen einer Person können wir nicht erwarten. Dabei ist sein Stil griffig und packt den Leser “am Kragen”.
Krimis arbeiten nach dem schlichten Prinzip: Wer ist der Mörder?
Connelly hat es dabei zur Meisterschaft gebracht.
Seine Romanen zeichnen sich durch eine unglaubliche Sachkenntnis und profundes Wissen über die Arbeitsweise der amerikanischen Polizei aus.
Aber auch hier ist ihm der Balanceakt zwischen der Beschreibung trockener Ermittlungsarbeit und Erhalt der Spannung gelungen. Ein Hauptgrund dafür, ist, daß die Morde so gemein und bestialisch sind, daß man unbedingt wissen will, wer diese schreckliche Tat begangen hat und der Leser möchte natürlich auch die Bestrafung des Täters.
Bis auf “Der Poet” wird die Erwartungshaltung auch erfüllt. Der Killer erhält seine Strafe.
Besonders beeindruckt mich an Connelly, daß seine Bücher nach moralischen Grundsätzen ausgerichtet sind. Während sich viele Autoren von “Serienkillerromanen” auf das Widerlichste daran ergötzen den Killer hervorzuheben und ihn mit dem Glanz des Teufels zu umgeben, ja sogar so weit gehen, daß die Sympathie sich in Richtung des Täters verschiebt, bliebt Connelly auf wunderbare Weise menschlich.
Er zeigt klar, daß der Täter ein Monster ist, der keine Mitleid verdient. Das Leid der Opfer wird geschildert, aber auch das Leid der Angehörigen, die verzweifelt, und für den Rest ihres Lebens zerbrochen, zurückbleiben.
Ein Thomas Harris ist nichts weiter als klebriger Dreck an den Füßen eines Connelly. Ich wünsche mir, daß man diesen Hannibal Lector Erfinder schnell vergißt und statt dessen Connelly der leuchtende Stern am Krimihimmel wird!

Viel Spaß mit seinen Büchern!

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