Rhumequelle

Karstquelle des tiefen Karst , Hauptquell: D=20 m. 360 Nebenquellen. Schüttung: Mittel=2500 l/s, Min=900l/s, Max=5500 l/s.

Die Rhumequelle bei Rhumspringe gehört zu den ergiebigsten Karstquellen Mitteleuropas. Auf den ersten Blick würde niemand hier eine der größten Quelle Europas vermuten. Und doch gehört die Rhumequelle, mit einer durchschnittlichen Schüttung von 2500 Litern Wasser pro Sekunde, zu den größten Karstquellen Europas. Diese Menge reicht aus, jeden Bundesbürger täglich mit drei Litern Wasser zu versorgen. In manchen Zeiten schüttet die Quelle sogar über 5000 Liter pro Sekunde. Neben der Hauptquelle gibt es noch zahlreiche Nebenquellen, die den Quelltopf speisen. Die Rhumequelle steht in engem Zusammenhang mit dem Gipskarstgebiet des südwestlichen Harzrandes. Man kann sich vereinfacht vorstellen, daß die Schicht des Zechstein-Anhydrit, die z.B. bei Düna eine Schichtstufe bildet, nach Süden abfällt. Im Gebiet der Rhumequelle sind die Schichten also zum Teil schon unter spätere Ablagerungen abgesunken. Da wo diese häufig wasserundurchlässigen Deckschichten abgetragen sind, kann das weiter nördlich in den Abhydrit eingesickerte Wasser in einer Quelle austreten.

Die beiden Harzflüsse Oder und Sieber, die ca. 6 und 9 km entfernt sind, sind auf direkte Weise unterirdisch mit der Quelle verbunden. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sich Hoch- oder Niedrigwasser dieser Flüsse fast sofort in der Rhumequelle bemerkbar machen. Allerdings wird vermutet, daß die Rhumequelle insgesamt ein Einzugsgebiet von 350 qkm besitzt. Das Wasser strömt aus zwei größeren Spalten in dem ca. 9 m tiefem Quelltopf. Als Besucher kann man diesen Quelltopf nicht sehen, doch kann man sich an der fast hellblauen Farbe des Wassers erfreuen. Langjährige Meßreihen zeigen, daß das Wasser im Sommer wie im Winter eine gleichmäßige Temperatur von 8° bis 9° Celsius hat. Das Quellwasser verlässt die Quelle bereits als ein kleiner Fluß, und wenige Meter weiter ist die Rhume fast 8 Meter breit.